Sa. 19. Sept.: Frutigen, Köniz, Trubschachen, Renggpass

Am letzten Tag ging es vom Berner Oberland nach Köniz. Dort besichtigten wir einen Batteriebetriebenen Gelenkbus und waren bei der Einweihung der ersten Schnellladestation von Köniz dabei. Anschliessend ging es durchs Emmental ins Entlebuch auf den Renggpass wo wir einen privaten «Windpark» besuchen konnten. Dort gab es auch das Nachtessen und den Abschlussabend.

Nach der Übernachtung im Kiental fuhren wir Richtung Bern. Am letzten Tag hatten wir noch Kollege Markus Doesegger als Mitfahrer. Sein Tesla Roadster hatte leider Probleme mit der Bremsleitung. Trotzdem hat er die Wave bis zum Schluss begleitet. Es wurde nie langweilig, da Markus von seiner Weltumrundung in 80 Tagen mit dem Tesla viel zu erzählen hatte.
Fredi meinte, dass wir für den Abschluss das Auto waschen sollten. Wir haben noch darüber diskutiert, als Markus schon mit einem Bon für die Waschstrasse zurück kam. Glänzend wie am ersten Tag verliess unser treuer Peugeot die Waschstrasse. Leider war der Glanz nur von kurzer Dauer. Bei der Einfahrt in Köniz fielen die ersten ernst zu nehmenden Regentropfen unserer Tour durch die Schweiz. Dem Regen zum Trotz konnten wir die erste Schnellladesäule in Köniz gebührlich einweihen. Nach der Zeremonie ging es zur Ladestation des Batteriebetriebenen Gelenkbusses von BernMobil. Der Projektleiter erzählte uns von den Tücken eines solchen Vorhabens. Wie mit Stau und anderem Unvorhergesehenen umgegangen wird. Ziel ist es, dass der Bus in 8min voll geladen ist. Dafür werden bis zu 480kW benötigt. So verlässt der Bus die Ladestation immer mit einer Reserve für vier Touren. D.H. wenn die Ladestation durch einen anderen Bus oder parkierendes Auto blockiert ist, kann der Bus seinen Kurs trotzdem vier mal abfahren, bevor er wieder geladen werden muss.
Er hat uns auch erzählt, dass er die Abwärme der Ladestation zuerst für das dahinterliegende Gewächshaus nutzen wollte. Leider war die Heilsarmee, als Betreiberin des Gewächshauses, nicht von dieser Idee zu überzeugen und heizt weiter mit Öl.
Coronabedingt war das Programm der diesjährigen Wave einiges lockerer als noch im Vorjahr. So reichte es, auf der Fahrt ins Entlebuch noch für einen Zwischenstopp bei Kambly.
Gestärkt fuhren wir weiter auf den Renggpass wo wir herzlich von Roland Aregger empfangen wurden. Er hat uns die Geschichte von der ersten Idee bis zur Verwirklichung des ersten Windrades erzählt. Nach der Besichtigung konnten wir in einem Video den Bau bestaunen.
Mit einem Racelette (oder zwei, …) kamen wir zu den Siegerehrungen. Es wurden Preise für das am schönsten dekorierte Fahrzeug, das Hilfsbereiteste Team, usw. vergeben. Sieger der ganzen Wave war das Team «Luigi’s Roadtrip» mit dem elektrischen Fiat 500e.
Fredi musste wieder einiges an Infrastruktur mitnehmen und hatte keinen Platz mehr für mich 😊. So nahm mich das Team Vogelsang mit und lud mich pünktlich beim Bahnhof Wolhusen ab. Beim Umsteigen in Bern staunte ich nicht schlecht, als der Kambly Zug auf mich wartete. Dies war ein schöner Abschluss der Wave Trophy Switzerland 2020.

Es war eine spannende Woche mit vielen interessanten Einblicken und lehrreichen Gesprächen. Wer weis, vielleicht gibt es ja eine Fortsetzung oder man trifft den einen oder anderen bei einer anderen Gelegenheit. Mich würde es freuen.

Fr. 18. Sept.: Tafers, Broc, Jaun, Steffisburg, Frutigen

Heute ging es von Tafers auf der Ostseite dem Lac de Gruyère entlang über den Jaunpass ins Berner Oberland. Dort war eine Besichtigung in Steffisburg und ein Besuch in Frutigen eingeplant.

Am Morgen gab es einen Schulevent in Tafers. Es ging es darum, die Fahrzeuge möglichst originell den rund 350 anwesenden Schülern und Schülerinnen zu präsentieren. Die Konkurrenz war hart, aber der Peugeot und wir haben unser Bestes gegeben. Die Auswertung werden wir dann morgen Abend erfahren. Zum Glück ist der putzige Microlino nicht in der Wertung, da er von der Jury gefahren wird. Er wäre eine harte Konkurrenz für uns gewesen. Die Bestechungsversuche mit Bonbons etc. machten es auch nicht leichter, aber der olympische Gedanke zählte eindeutig.
Da am Vormittag noch genügend Zeit war, haben wir uns für einen Besuch bei Cailler in Broc entschieden. Die Führung durch die acht Themenzimmer war interessant. Aus Zeitgründen mussten wir dann doch bei den anschliessenden Posten einige überspringen und etwas vorwärts machen.
Nach Broc haben wir den Elektroantrieb des Peugeot e-2008 auf der Passstrasse zum Jaun noch einmal richtig geniessen können. Beim Rekuperieren hinunter nach Steffisburg hat der Akku auch einige der «Spasskilometer» wieder zurückbekommen. Da sieht man die Effizienz der Elektromobilität.  
In Steffisburg konnten wir ein modernes Gebäude besichtigen, welches sowohl von der Energie, als auch von der Nutzung sehr interessant ist. Es ist ein nachhaltiges Mehrgenerationenhaus mit einer partizipativen Verwaltungsstruktur. Die Bewohner und Bewohnerinnen können sich in verschiedenen Gremien und Betriebsgruppen (Arbeitsgruppen) engagieren. Mehr Informationen findet man unter Stuckimatte-Wohnenplus.ch.
Die Weiterfahrt nach Frutigen war schnell vollbracht. In der Elektroplan , der Firma von Jürg Grossen, wurden wir herzlich durch die Mitarbeitenden empfangen. Sie haben sich viel Zeit für die Teilnehmer und Besucher genommen. Neben einer Führung durch das Gebäude, welches 2016 den «Watt’d or» gewonnen hat, gab es auch einige politische Einblicke zur Energiestrategie und möglichen Vorstössen.
Während dem Abendessen vom Grill gab es zusätzlich einen Geschicklichkeitsparcours. Mit dem Auto musste rückwärts eine vorgegebene Strecke abgefahren werden, ohne irgendwelche Hütchen zu berühren. Fredi hat den Peugeot souverän hindurch manövriert. Zugegeben, er war nicht der Schnellste, hat dafür aber als einer der Wenigen keine Strafpunkte erhalten.
Adrian, der Fotograf der letztjährigen Wave war ebenso zu Besuch und hat zudem sein Musik-Equipment mitgebracht. Jürg Grossen lies es sich ebenfalls nicht nehmen seine eigene Gitarre samt Verstärker zu holen und mit Adrian und Matthias, einem Jurymitglied, zu jamen. Viel zu früh mussten wir die Musik abstellen, damit auch die Anwohner zur Nachtruhe kamen. Trotzdem haben wir den «lauen Sommerabend» mitten im September genossen.

Do. 17. Sept.: Lausanne, Lully, Puidoux, Tafers

Heute gab es diverse Anpassungen, da wir wegen Corona Events anpassen mussten. Daher gab es ein wenig ein Hin und Her um Lausanne.

Von der Unterkunft ging es zuerst nach Lully wo wir einen Event bei der Schule hatten. Unser Peugeot e-2008 hat gleich einen sehr guten Anklang bei den Schüler und Schülerinnen bekommen und er wurde von mehreren in Beschlag genommen. So konnten wir auch bei der Präsentation vor den Schulklassen auf die kräftige Unterstützung von Eleonora, einem begeisterten Mädchen, zählen. Als wir ihr das Mikrofon überreichten, meinte sie es sei so schön und sobald es um die Punkte ging meinte sie «dix de dix». Zufälligerweise war auch noch ein ehemaliger Arbeitskollege von Fredi und mir in der Nähe, welcher mit dem Velo zum Schulevent zu Besuch kam.
Danach haben wir eine Bekannte von Fredi in Lausanne getroffen, anschliessend ging es weiter nach Puidoux zum Mittagessen.
Leider konnten wir das Biomassenkraftwerk in Rueyres nicht besuchen, da es dort einen Coronafall gegeben hat. Alternativ wurde eine Besichtigung der Solaranlagen an der EPFL organisiert. Auf dem Weg zur EPFL und an der EPFL selber hatten wir unglücklicherweise mit der Ladeinfrastruktur zu kämpfen. Eine Schnellladestation haben wir nicht rechtzeitig gefunden, obwohl sie in drei Apps aufgeführt war. So wollten wir uns mit einem AC Lader begnügen, welcher leider nicht die gewünschte Leistung brachte. Bei der EPFL musste ich noch eine Ladeapp installieren, welche den Ladevorgang aus unerfindlichen Gründen bei 6.9kWh beendet hat. Somit sind wir mit fast leerer Batterie in Lausanne aufgebrochen. Wir schätzten kurz ab, dass wir bis ca. Bulle kommen sollten, wo es wieder eine Schnellladesäule hatte. Dummerweise war diese ausser Betrieb. Als wir gesehen haben, dass die nächste auf dem Weg ca. 17km entfernt ist und wir noch 26km Reichweite hatten, kam doch etwas Nervosität auf. Als wir auf der Autobahnraststätte mit 50kW laden konnten und sich die Ladeanzeige Prozent um Prozent empor kämpfte entspannte sich die Lage aber schlagartig wieder.
Mit einigen Minuten Verspätung kamen wir in Tafers an, um das Nachtessen zu geniessen. Danach ging es weiter nach St. Antoni um unsere Zimmer im Bildungszentrum zu beziehen. Im schönen Garten liessen wir den Abend bei interessanten Gesprächen und einem Glas Wein ausklingen.

Mi. 16. Sept.: Täsch, Turtmann, Verbier, Le Châble, Lac de Toules, Montreux, Lausanne

Heute ging es das Wallis, entlang dem Rhonetal, hinunter an den Genfersee.

Von Täsch ging es heute nach Visp wo wir das Wallis hinab fuhren. Da ich von meinen Kollegen angesprochen wurde, dass ich hier im Wallis doch einheimisch sei und ob es auf der Autobahn oder der Landstrasse schöner wäre … musste ich gleich voraus. Da liess ich es mir nicht nehmen in Turtmann einen kleinen Abstecher zu machen, um den «Üsserschwizern» das aus meiner Sicht beste Walliser Trockenfleisch zu zeigen. Eigentlich wollte ich nur schnell etwas Kleines kaufen und draussen den Anderen verteilen. René Meyer aus der Metzgerei Meyer Turtmann hat sich gewundert, wieso ich da sei, da habe ich ihm von der Elektroauto-Tour erzählt. Er meinte die Anderen sollen doch reinkommen. Er nahm sich die Zeit die verschiedenen Fleischstücke (zBsp vom Filetstück, Fischli) zu erklären und hat auch jeweils etwas zum Degustieren überreicht. Zudem lies er es sich nicht nehmen uns einige Weisheiten mit auf den Weg zu geben. So soll täglich 80g Trockenfleisch und 1dl Humagne Blanc die Produktion der roten Blutkörperchen steigern.
Gestärkt für den Weg, jedoch nicht mit Weisswein, sind wir weiter nach Riddes und dort den südlichen Berghang hoch, um Verbier von der Rückseite zu erklimmen. An diversen Punkten haben wir den Ausblick ins Rohnetal genossen. Der Weg wurde immer schmaler und der Peugeot e-2008 hat Höhenmeter um Höhenmeter erklommen und alle Bodenwellen sauber weggefedert. Oben auf dem Croix de Coeur gab es einen kurzen Stopp, damit wir die Aussicht auf Verbier geniessen konnten.
Nach der Abfahrt nach Le Châble warteten zig Ladestationen und ein feines Mittagessen auf uns. Gemeinsam ging es weiter zum Lac des Toules wo das Pilotprojekt eines Schwimmenden Solarkraftwerks erstellt wurde. Wir hatten eine interessante Vorstellung und Fragerunde mit dem Projektleiter. Sie haben z.B. im Winter mit 60cm Eis oder Winden um die 120km/h zu kämpfen. Auch der sich verändernde Wasserstand um mehr als 10m ist eine Herausforderung. Das Projekt ist dank der guten Vorbereitung ein Erfolg und soll in den nächsten drei Jahren auf bis zu 10MW Peak ausgebaut werden. Es werden auch Studien für andere Seen erstellt. Diese Projekte sind der richtige Schritt für die Umsetzung der Energiestrategie 2050. Auch die Elektromobilität macht nur mit Strom aus alternativen Energiequellen wirklich Sinn.
Nach einem Apéro, welches uns von Romande Energie offeriert wurde, ging es weiter nach Montreux. Hier war ein Parkplatz direkt am See eingerichtet worden, wo wir die Abendstimmung und das Essen geniessen konnten. Nach dem Dessert an der Seepromenade ging es in die Unterkunft in Lausanne. Dort wunderte ich mich nicht schlecht, wie man die Prioritäten bei den Weltzeituhren sieht. Nicht zu vergessen, wir sind im Kanton Waadt. Aber der Kanton Wallis scheint auch für den Nachbarkanton wichtig zu sein.
Leider mussten wir auch Ausfälle verkraften. Beim T2 Pritschenwagen ist der Nachgerüstete Bremskraftverstärker ausgefallen, beim Tesla Roadster war eine Hydraulikleitung der Hinterradbremse undicht. Zum Glück kann er Rekuperieren und mit dem Elektromotor bremsen. Und bei einem Twike gab es vermutlich Probleme mit der Elektronik. Die Teilnehmer sind alle wohlauf und sind am Organisieren einer Lösung des Problems. Sei es durch Mitfahrgelegenheiten bei anderen Teilnehmern oder auch einer schnellen Reparatur.
Zudem gab es heute eine Aufteilung der Gruppe. Da der Kanton Waadt in Deutschland als Hochrisikogebiet mit Quarantänepflicht eingestuft wurde, haben sich die deutschen Teilnehmer direkt ins Berner Oberland bewegt und sind nicht nach Montreux und Lausanne gekommen. Wir werden sie voraussichtlich morgen Abend in Tafers wieder treffen. Doch heute Abend haben wir erfahren, dass die Deutsche Regierung neu auch den Kanton Freiburg als Hochrisikogebiet einstuft. Jetzt muss abgeklärt werden, ab wann dies wirksam ist und ob unsere deutschen Kollegen auch Tafers auslassen müssen. Weitere Infos morgen auf diesem Kanal.

Di. 15. Sept.: Locarno, Faido, San Gottardo, Furkapass, Täsch

Heute gab es eines der Landschaftlichen Highlights der Tour. Wir fuhren von Locarno nach Faido, wo wir eine Führung zu einem alten Sägewerk und dem ältesten Wasserkraftwerk des Tessins geniessen konnten. Parkieren konnten wir Mitten im Eisstadion von Faido, wo es auch ein Mittagessen gab.
Anschliessend ging es über die Tremola rauf auf den Gotthardpass mit anschliessenden tollen Fotoaufnahmen.
Der Peugeot hat beim Passfahren ausserordentlich Spass gemacht. Die unmittelbare Kraftentfaltung des Elektromotors aus den Kurven heraus ist einfach nur ein Genuss.
Beim Bergabfahren konnten wir wertvolle Energie zurück gewinnen um gleich wieder den Furkapass zu erklimmen. Auch hier hat sich gezeigt, dass aktuelle Elektrofahrzeuge kein Hindernis sein müssen. Bei der Bergfahrt konnte der Peugeot e-2008 mit zwei Motorrädern schritthalten und auch der «Performance Tesla S» ist uns nicht davon gezogen.
Nach der Furkapasshöhe gab es am Rohnegletscher beim Blevedere eine Glace um Energie für die Fahrer zu tanken. Der Blick ins Wallis ist immer wieder ein Genuss. Unten bei Gletsch möchte man gleich wieder die Serpentinen auf die Grimsel erklimmen. Das Roadbook ging jedoch weiter durch das beschauliche Goms hinunter nach Visp, wo wir die Verzweigung hinauf nach Täsch genommen haben.
In Täsch erhielten wir einen herzlicher Empfang. Die Täscher feierten mit uns das für sie erste Fest seit dem Lockdown. Daher haben sie auch einiges aufgeboten. Vom Racelette Stand, Grill über die Musikgesellschaft war alles vertreten. Auch ein Alleinunterhalter hat die Besucher und die Gäste bis in die Nacht hinein mit Musik versorgt. Einige liessen es sich nicht nehmen und haben sogar das Tanzbein geschwungen.
Übernachtet haben wir für dieses Mal nicht in der Jugendherberge, sondern konnten ein sehr schönes Hotelzimmer geniessen. Für einen kleinen Abstecher nach Zermatt hat es nicht mehr gereicht, aber bei dem Programm war das auch gar nicht nötig.

Mo. 14. Sept.: Scuol, Julierpass, Thusis, San Bernardino, Lugano, Locarno

Heute ging es vom Unterengadin über den Julierpass nach Thusis und durch die Viamala über den San Bernardino nach Lugano. Nach dem Nachtessen weiter nach Locarno für die Übernachtung.

Heute gab es nach dem Frühstück ein richtig durchgetaktetes Programm. Im zwei Minuten Rhythmus mussten vor den Schülern die Autos präsentiert werden um möglichst viele Punkte zu bekommen.
Danach ging es los, um am Silvaplanersee ein paar Aufnahmen im Konvoi zu machen. Ohne Unterbruch fuhren wir zum Julierpass, wo Louis wieder Aufnahmen für sein Video fertigen wollte.
Anschliessend ging es nach Thusis, wo wir herzlich mit einer Rede und Pizokel empfangen wurden. Hier hatten wir auch die Möglichkeit, etwas Energie für den San Bernardino zu tanken. Sei dies für das Auto, aber eben auch um die eigene Batterien zu laden.
Vom San Bernardino ging es in etlichen Serpentinen runter ins heisse Tessin. Da wir die Piazza Riforma erst um 17:00 Uhr befahren durften, machten wir auf dem Weg einen Zwischenstopp. Bei Sonnenschein und netten Gesprächen haben ging die Zeit rasch vorbei. Anschliessend weiter durch das Luganeser Verkehrschaos zur Rush-Hour auf die Piazza. Dabei mussten wir durch die enge und volle Fussgängerzone kurven um alle Fahrzeuge sauber aufzureihen.
Vor der Abfahrt nach Locarno in unsere Unterkunft gab es standesgemäss Pizza, womit wir den Tag langsam abschliessen konnten.
Um für den morgigen Tag gewappnet zu sein, «tankten» wir an einer Gratis-Schnellladestation der ABB. Evtl. gibt es dann auch noch den wohlverdienten «Schlummi» auf der Piazza Grande … wer weiss das schon.

So. 13. Sept.: St. Gallen übers Appenzeller Land ins Engadin

Heute ging es von St. Gallen aus übers Appenzeller Land, mit einem kleinen Abstecher nach Lichtenstein und St. Antönien, ins Engadin nach Scuol.

Nach dem Start in St. Gallen, wo wir in der Nacht das Auto leider nicht laden konnten, sind wir ins Appenzeller Land aufgebrochen. An der Appenzeller Schaukäserei vorbei auf die Schwägalp. Oben hatten wir gerade noch mal 36km Restreichweite. Beim Hinunterfahren hat sich die Reichweite glücklicherweise massiv erholt. Zum einen, da im Schnitt einiges weniger an Energie verbraucht wurde und zum anderen die Batterie beim Bergabfahren durch die Rekuperation geladen wird. Somit sahen wir auf der Reichweitenanzeige etwas nach der Passhöhe schon wieder 178km. Als wir im Flachen Richtung Buchs fuhren, fielen diese Kilometer jedoch durch den wieder normalisierten Energieverbrauch wieder zusammen. Da wir in Buchs noch die Schwester von Fredi besuchen wollten, kam es uns gerade gelegen, dass beim Bahnhof eine Schnellladestation mit 50kw auf uns wartete.
Nach dem vorzüglichen z’Nüni bei Fredis Schwester fuhren wir über Lichtenstein und St. Luzisteig nach Küblis und hinauf nach St. Antönien. Hier hat uns der ehemalige Gemeindepräsident über die Tücken bei der Planung von grossen Projekten informiert. Ziel war es, die längste zusammenhängende Lawinenverbauung der Alpen mit Solarzellen zu versehen. Dabei hatte er mit Vogelschwärmen, Blendwirkung und Bundesämtern zu kämpfen. Nachdem all diese Hürden genommen wurden, scheiterte das Projekt doch noch an der Urne der Gemeindeversammlung. Er meinte aber auch, dass man sich nicht entmutigen lassen solle, um grosse Projekte anzugehen.
Nach dem Mittagessen auf der Sonnenterasse ging es über den Flüelapass weiter ins Engadin. Auf dem Pass sollten noch Videoaufnahmen im Konvoi entstehen, was leider im Briefing etwas zu kurz kam und daher von einigen Teilnehmern – inkl. uns – verpasst wurde. Hoffentlich klappt es beim nächsten mal besser.
In Scuol angekommen gab es wieder eine Zwischenverpflegung und eine sehr interessante Führung durch Scoul, wo wir Details zu den typischen Engadinerhäusern und die diversen Mineralquellen mit ihrer Wirkung erhalten haben. Danach ging es auch schon Richtung Jugendherberge, wo wir verköstigt und für die Nacht einquartiert wurden.

Sa. 12. Sept.: Es geht los

Das heutige Roadbook sieht wie folgt aus:
Windisch FHNW, Bahnhofstr. 6, Windisch
08:15 – 08:30 Uhr Aufstellen der Autos
09:00 – 09:30 Uhr Start durch Landammann Dr. Markus Dieth
Uster – Better Planet Festival, Ort: Stadthausplatz
10:00 Uhr: Ankunft der ersten Fahrzeuge
11:00 Uhr: Offizielle Begrüssung
12.00 Uhr: Mittagessen
14:00 Uhr: Ende und Abfahrt
Rheinfälle
14:45 – 16:00 Uhr Individuelle Besichtigung
Guntmadingen
Ab 16.30 Uhr: Besichtigung Eisspeicher von Remo Ritzmann und anschliessendes Get-Together
18:00 Uhr: Abendessen
ca 20:00 Abfahrt nach St. Gallen zur Unterkunft

Heute sind wir leicht von der offiziellen Route abgewichen. Da wir nicht in einem Hotel, sondern bei Fredi zu Hause übernachtet haben, sind wir nicht zusammen mit den anderen an den Start gereist. Nachdem es eine erste Verwirrung gab, ob die Autos jetzt hinter oder vor dem Gebäude aufgereiht werden sollen, konnten die Torbogen für den Start doch aufgestellt werden. Anschliessend haben die Fahrzeuge die Startaufstellung eingenommen, damit ein erstes Gruppenfoto mit Louis‘ berühmt berüchtigten «Arm-Wellen-Winken» gemacht werden konnte.

Nach dem Start an der FHNW, wo auch Regierungsrat Markus Dieth anwesend war, ging es weiter nach Uster, wo die Wave Teil des Better Planet Festivals war. Es war schön, einige bekannten Gesichter der letztjährigen Wave zu treffen, welche das Festival besucht haben. Sogar die gelbe Elektro-Corvette der Manofaktur Marton war anwesend. Auch Claudio de Giacomi, Verkaufsleiter der Joulia SA kam auf einen Kurzbesuch vorbei. Joulia produziert Duschrinnen mit Wärmerückgewinnung. Anstelle das teuer aufgewärmte Duschwasser ungenutzt in den Abfluss zu schütten, wird damit das kalte Wasser zum Duschen vorgewärmt. Dies ist fast wie das Rekouperieren beim Bergabfahren mit dem Elektroauto.
Zudem hatten wir genügend Zeit um die Startnummern montieren zu können, welche gerade noch «rechtzeitig» eingetroffen waren.

Anstelle der Rheinfälle gemäss Roadbook, nahmen wir einen Abstecher zu Fredis Bruder, welcher es sich nicht nehmen liess, sich mit dem neuen Peugeot e-2008 abzulichten.

Nach der kurzen Weiterfahrt nach Guntmadingen kamen wir in den Genuss einer Führung bei RINO. Bei einem Vortrag erfuhren wir interessante Punkte zum Mehrfamilienhaus mit Eisspeicher und Hydrobus. Beim anschliessenden Nachtessen wurde gefachsimpelt, bevor der Tag mit einem Briefing zum morgigen Tag abgeschlossen wurde.

Dies war aber noch nicht das Ende. Zum Schluss folgte noch die Fahrt in die Jugendherberge in St. Gallen. Wenn man das Roadbook anschaut, sieht man gleich, dass es wohl etwas später wird. Dummerweise war die Türe der Jugendherberge geschlossen, als wir um 21:01 Uhr ankamen. Auch nach mehrmaligem Läuten hat sich leider niemand hinter den Glasscheiben gezeigt. Es wurden schon erste Pläne für alternative Übernachtungsmöglichkeiten gemacht und auch Louis kontaktiert. Jedoch plötzlich hat sich doch noch jemand gezeigt. Danach konnten wir unsere Zimmer in Beschlag nehmen, das Kajütenbett anziehen und die Toilette suchen, welche wir einen Stock höher gefunden haben. Da fühlt man sich gerade in die Teenagerzeit zurück versetzt. Obwohl … Fredi meinte, sein Jugi-Pass sei leider erst vorgestern abgelaufen.

Anreise zur «Wave Trophy Switzerland 2020»

Heute Morgen ziehen wir los – an die Wave Trophy 2020. Zuerst mit dem ÖV von zu Hause nach Mägenwil, wo wir beide uns getroffen haben, danach weiter zur Garage Fischer in Dietikon, damit wir unseren neuen Peugeot e-2008 abholen konnten.

Nach einer Einführung zu den Spezialitäten und Funktionalitäten des brandneuen Peugeot e-2008 konnten wir die ersten Meter unter die Räder nehmen. Jedoch erhielten wir vom Organisator bereits einen «Spezialauftrag». Louis, der Tour Director, hat uns gebeten «ein paar Dinge» mit nach Brugg zu nehmen. Wir staunten nicht schlecht, als wir in Brugg eine ganze Palette mit Rahmen voll mit Lautsprechern, Torbogen und diversen Kabel für die Mitnahme bereit lag. Die ersten Zweifel, ob wir dies wohl – nebst unserem Gepäck – im Auto verstauen könnten, kamen auf.
Also kurz schauen wie man die hintere Sitzbank umklappt und vorsichtig mit dem Tetris-Spiel beginnen. Wir staunten nicht schlecht, als alles drin war und wir locker noch einiges mehr hätten einpacken können. Da sah es im Tesla von Jaromir, welcher für die Wave extra aus der Tschechei angereist ist, schon etwas chaotischer aus ;-).

Nach dem Ausladen auf dem FHNW Campus in Brugg ging es weiter zum Paul Scherrer Institut PSI, wo wir in den Genuss eines spannenden Vortrages über alternative Energiespeicher kamen. Auch die Fragen der Teilnehmer wurden sehr kompetent beantwortet.

Anschliessend fuhren wir wieder zurück nach Brugg, wo wir einen herzlichen Empfang geniessen konnten. Nach weiteren zwei sehr interessanten Vorträgen zur Elektromobilität wurden wir in der Mensa mit einem Abendessen für das darauf folgende Briefing gestärkt. Hier hat uns Louis über die Entstehung der Wave unterrichtet. Neben den administrativen Punkten hat er über die Highlights zur diesjährigen Wave erzählt. Natürlich durfte auch das der Hinweis zum korrekten Verhalten bezüglich Corona nicht fehlen. Danach ging der erste Tag schon seinem Ende entgegen.

Morgen geht es dann offiziell los mit der Wave 2020.

Peugeot stellt uns den neuen e-2008 zur Verfügung

Dieses Jahr werden wir an der «Wave Trophy Switzerland» mit einem Peugeot e-2008 GT Electro teilnehmen. Diesen stellt uns Peugeot freundlicherweise kostenlos zur Verfügung.
Um die letzten Details zum Auto zu besprechen, waren wir am 3. September bei Peugeot in Schlieren, wo wir sehr freundlich empfangen wurden.
Als kleiner Vorgeschmack stellte Peugeot beim Haupteingang in baugleiches Fahrzeug aus. An diesem konnten wir unseren zukünftigen Begleiter bereits einmal begutachten.